Referenzzinssatz

Referenzzinssatz, maximaler technischer Zinssatz

Die Fachrichtlinie FRP4 (technischer Zinssatz) definiert einen technischen Referenzzinssatz, der jährlich per 30. September basierend auf der durchschnittlichen Performance der letzten 20 Jahre (BVG-Index 2005 Pictet BVG-25 plus) und der aktuellen Rendite 10-jähriger Bundesanleihen ermittelt wird. Der aktuelle technische Referenzzinssatz beträgt 2,25 Prozent für die Jahresabschlüsse zwischen dem 1. Oktober 2016 und dem 30. September 2017.

Der technische Zinssatz (oder Bewertungszinssatz) wird für die Berechnung der Höhe der Verpflichtungen und allenfalls der technischen Rückstellungen benötigt.

Liegt der vom obersten Organ festgelegte technische Zinssatz für die Berechnung des Deckungsgrades nach Art. 44 BVV 2 über dem technischen Referenzzinssatz, so hat dies der Experte dem obersten Organ schriftlich mitzuteilen. Liegt der technische Zinssatz um mehr als 0,25 Prozent und während mehr als einem Jahr über dem technischen Referenzzinssatz, so hat der Experte dem obersten Organ Massnahmen vorzuschlagen, damit der technische Zinssatz innert sieben Jahren auf den technischen Referenzzinssatz gesenkt werden kann.

Verantwortung des Stiftungsrats und Aufgabe des Experten

Am 1. Januar 2012 traten im Rahmen der Strukturreform u.a. die Art. 51a und Art. 52e BVG (Aufgaben des obersten Organs der VE und Aufgaben des Experten für berufliche Vorsorge) in Kraft. Demnach hat einerseits der Stiftungsrat die Aufgabe, die Höhe des technischen Zinssatzes festzulegen, und andererseits hat der Experte dem obersten Organ eine Empfehlung bezüglich der Höhe des technischen Zinssatzes zu unterbreiten.

Ebenfalls auf den 1. Januar 2012 trat die Fachrichtlinie FRP4 (technischer Zinssatz) der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten in Kraft. Die Fachrichtlinien enthalten verbindliche berufsständische Normen und Regelungen, die von den Kammer-Mitgliedern zu befolgen sind.